Freitag, 18. April 2025

Bygdøy und das Norsk Folkemuseum bis ein bisschen Frieden


Heute hat Oslo ein sonniges Gesicht gezeigt – wenn ich an gestern denke, fast schon eine Überraschung. Der Weg beginnt mit einer kleinen Seereise. Ein kleines Fährenboot setzt Robert und mich über zur Halbinsel Bygdøy. Schon die Überfahrt hat etwas Beruhigendes. Nicht das leise Schaukeln – es sind das Kreischen der Möwen und die ständige Angst, dass diese fliegenden Wesen einem auf den Kopf kacken. Der Kopf war es nicht. Es war meine Schulter. Und Roberts Rucksack.


Auf Bygdøy besuchen wir das Norsk Folkemuseum. Hier tauche ich ein in das Leben vergangener Jahrhunderte – alte Holzhäuser, Pflastersteine, kleine Gassen. Besonders beeindruckend ist die Stabkirche aus dem 13. Jahrhundert – dunkel, mystisch, ehrwürdig. Ich weiß nicht, warum, aber einige Bauelemente erinnern mich an Thailand. Liegt es an der Seefahrt? Wurden Ideen von architektonischen Details aus Asien übernommen?
Die Größe des Freilichtmuseums habe ich völlig unterschätzt. In einer Stunde ist dieses Areal nicht zu schaffen – ein Tagesausflug wäre wohl realistischer gewesen.

















Die Rückfahrt nehmen wir mit dem Bus Nr. 30 – eine gute Gelegenheit, durch andere Stadtteile zu rollen und Oslo aus einem alltäglicheren Blickwinkel zu erleben. Ich bin so müde, dass ich die Augen kaum noch offen halten kann. Zurück in der Innenstadt zieht mich Robert nicht in ein Restaurant, sondern in das Friedensnobelpreismuseum. Ich habe Hunger. Mein Magen muss warten – es gibt Bildungsfutter. Meine liebe Bertha von Suttner wäre stolz gewesen. In diesem Museum spürt man, wie wichtig Worte, Mut und Visionen für den Frieden sind. Eine wohltuende Ruhe durchzieht die Ausstellung, begleitet von leisen Gedanken darüber, was möglich ist, wenn Menschen an das Gute glauben.







Erik Johansson, ein Fotograf aus Schweden, hat dort eine Sonderausstellung. Ich glaube, das ist eine große Ehre – und mir war es eine, diesen Künstler auf diese Weise kennenzulernen. Er zeigt beeindruckende Fotos, und mein Audio-Guide erzählt mir viel über seine Arbeit und Gedankenwelt.




Dann meldet sich der Hunger erneut. Robert und ich landen bei Egon, einem gemütlichen Restaurant. Ich entscheide mich spontan für Fish and Chips mit Salat. Robert bestellt ein Steak mit Maispüree und Pommes. Es war die richtige Entscheidung – begleitet von einem Glas Rot- und einem Glas Weißwein.




Zum Abschluss des Tages sitze ich auf der Terrasse. Die Sonne verabschiedet sich hinter den Dächern Oslos, der Himmel glüht in zarten Orangetönen – es ist 21:20 Uhr. Der Tee ist heiß, die Luft kühl, und ich bin angekommen – in dieser Stadt zwischen Winter und Frühling, in diesem Tag zwischen Geschichte und Gegenwart.


God natt og sov godt!

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