Regen am Morgen. Regen am Vormittag. Regen zu Mittag. Regen am Nachmittag. Wie kann es nur so viel regnen? Das Wetter ist zach. Ich mag Oslo trotzdem.
Ich trage: eine Jeans, ein langärmeliges T-Shirt, eine Jeansjacke, eine Daunenjacke – und darüber die Regenjacke. Gerade richtig, um nicht zu frieren und trocken zu bleiben.
Ich trage: eine Jeans, ein langärmeliges T-Shirt, eine Jeansjacke, eine Daunenjacke – und darüber die Regenjacke. Gerade richtig, um nicht zu frieren und trocken zu bleiben.
Der zweite, neue Oslo-Pass ist gekauft, aber noch nicht aktiviert.
Der Dom (evangelisch-lutherisch) ist schlicht, ruhig, ein Ort, der zum Verweilen einlädt. Keine große Inszenierung, aber eine ehrliche Atmosphäre. Ich setze mich in eine Bank, beobachte den Raum und lausche dem Regentropfengebet von draußen. Ein Mädchen kniet vor dem Altar. Ob sie für besseres Wetter betet?
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Dann ein Spaziergang zum Rathaus – ein mächtiger, kantiger Bau, der außen wie innen Eindruck macht. Besonders die monumentalen Wandgemälde erzählen norwegische Geschichte mit künstlerischer Kraft. Robert meint zuerst, was da schon drinnen sein soll. Doch auch er ist beeindruckt: vom Festsaal, den Malereien, den Marmorböden, Wandteppichen, Vorhängen, Lampen. Dieses Rathaus inszeniert sich gewaltig. Wie das unsrige in Wien. Beide wollen erzählen.
| Aufnahme vom 18.04.2025 |
Weiter geht’s Richtung Königsschloss. Ich umrunde den weitläufigen Schlosspark – nass, aber nicht allein. Offenbar schreckt der Regen auch andere nicht ab. Die NorwegerInnen tragen Regenjacken und meiden Schirme. Das gefällt mir. Die norwegische Flagge weht über dem Schloss – der Hofstaat scheint zu Hause zu sein.
Das Ibsen-Museum hätte ich gern besucht – aber es ist geschlossen. Vielleicht ein Zeichen, dass es reicht für heute. Am Nationaltheater, der Uni und dem Parlament vor bis zur gut besuchten Einkaufsstraße.
Auf der Karl Johans gate – der norwegischen Version der Kärntner Straße – entdecke ich ein Geschäft namens KICKS mit sehr guter Kosmetik. Ich kaufe Make-up und Lippenstift – samt toller Beratung. Robert findet bei VOLT zwei Paar Schuhe, ich eine Sonnenbrille. Regenschirme gab es keine.
Wir kehren in ein kleines Lokal ein. Der Kellner berät uns: Falls wir noch ein zweites Glas bestellen, wäre eine Flasche billiger. Geschäftstüchtig. Also trinken wir halt ein Flascherl Pinot Grigio. Wer nichts isst, muss draußen sitzen – unter dem Heizschwammerl. Wir nehmen es hin.
Ein stiller Tag. Ein nasser Tag. Und doch einer, an dem ich Oslo einmal anders erlebt habe. Nicht im Sonnenlicht, nicht spektakulär – aber ehrlich. Unverstellt. Skandinavisch.
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