Montag, 21. April 2025

Drohne, Drama, Skulpturen und Sonnenlicht - Norway’s Resistance Museum, Ekebergparken und Vigelandsparken


Heute lacht neben einer Drohne auch die Sonne in mein Zimmer. Ich stehe auf, weil ich sie sehe – keine Spielzeugdrohne, sondern etwas Größeres, Professionelleres, vielleicht Militärisches. Ich gehe auf die Terrasse, Möwen flattern wild durcheinander. Sie scheinen sich durch den Flugkörper ebenfalls gestört. Die Drohne fliegt nicht einfach vorbei – sie bleibt stehen, direkt über mir, und „schaut“ mich an. Das war spuki. Ich winke ihr zu. Vielleicht freut sich der Gefreite.

Der Tag beginnt dann ernst – früh, um den Oslo-Pass noch auszunützen: Norway’s Resistance Museum, 1940 bis 1945 – eine schwer verdauliche Zeit. Beeindruckend aufbereitet, dicht, bedrückend. Ich verlasse das Museum mit vielen Gedanken und ziehe zu Fuß weiter.





Ekebergparken ist das nächste Ziel – ein ausgedehnter Spaziergang durch den hügeligen Wald, vorbei an überraschenden Skulpturen: mal versteckt, mal inszeniert, mal menschlich, mal mythisch. Ich lasse mich treiben. Mittags dann ein wunderbares Essen im eleganten Parkrestaurant: Heilbutt (Halibut) mit Bohnen der Saison, Mandeln, gegrilltem Lauch, grünem Spargel, Fenchel und Sauce vin jaune. Mein Gaumen beginnt zu singen.








Danach bringt mich die Tram 13 in den bekannten Vigelandsparken – mit seinen monumentalen Figuren, kraftvollen Gesten und all den Körpern aus Stein. Die Anlage entstand zwischen 1924 und 1943. Leben in Bewegung und Stillstand zugleich. Ich staune noch immer. Das Lebensrad – ein endlos rotierender Kranz aus Frauen, Männern und Kindern hat mich besonders gefesselt.





Im Park-Café bestellen Robert und ich jeder ein Glas Weißwein. Wir werden darauf aufmerksam gemacht, dass in 25 Minuten geschlossen wird. Das junge Mädchen weiß nicht, dass wir Wiener sind – und in dieser Zeit jeder zwei Gläser trinken können.

Am Ende des Tages zählt mein Schrittzähler 16.953 Schritte – und ich bin erledigt. Kleines Abendessen im feinen Apartment, Füße hoch, Gedanken schweifen lassen.
"Regentropfen die an mein Fenster klopfen" dürfen nicht fehlen während des Abendessens. Unfassbar.

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