... das sind keine Aufnahmen um 05.30 Uhr, diese Aufnahmen habe ich um 09.45 Uhr gemacht.
Oslo wirkt auf mich entschleunigt bis totenstill. Es ist Ostermontag. Die Straßen sind leer, keine fahrenden, keine parkenden Autos. Geisterstadt. Ich frage meinen Vermieter: „Liegt das an Ostern, oder ist es in Oslo immer so ruhig?“ Seine Antwort kommt prompt und mit einem Schmunzeln:
„Zu Ostern zieht es viele Norweger in ihre Hütten in die Berge, ins Häuschen am Meer oder gleich ins Ausland. Die Stadt leert sich spürbar. Aber du hast recht: Im Zentrum sieht man generell weniger Autos. Seit über zehn Jahren wird in Oslo konsequent auf emissionsfreie Mobilität gesetzt. Lieferwagen und Busse im Zentrum müssen elektrisch sein. Fast alle Neuwagen sind heute E-Autos. Und für Radfahrer und Fußgänger wurde vieles erleichtert.“
Wenn ich an Florenz im Vorjahr denke ... Viele Autos, Hupen, lautes Sprechen, Massentourismus, Warteschlangen an den Museen trotz Zeitfenster, Abfall am Gehsteig ...
Oslo hingegen: einzig vernehmbares Geräusch sind die Regentropfen, die an mein Fenster klopfen – und das Lachen der Möwen.
Ich staune über den Mut, eine Großstadt so leise zu machen. Damals gab es Diskussionen, erzählt er noch. Heute aber scheint Oslo mit seiner Entscheidung zufrieden. Und ich, mittendrin zwischen Stille, Stadt und Fortschritt, denke mir:
So kann Stadt auch sein.
Das gefällt mir.
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