Freitag, 25. April 2025

Sonne, Sonne, Sonne - Rosenslottet und Holmenkollen

Letzter Urlaubstag in Oslo. Und endlich zeigt sich der Himmel von seiner besten Seite: tiefblau, sonnenverwöhnt, fast kitschig schön. Ich nehme es als Abschiedsgeschenk – und bedanke mich bei den Göttern.

Mit der T1 fahre ich weit hinaus, hinauf auf einen Hügel bis Rosenslottet. Der Blick aus dem Fenster erinnert mich an meine Heimat, den Semmering. Schon der Weg durch den Wald wirkt entschleunigend. Oben dann die Installation – eindrucksvoll, bedrückend, würdevoll. Die Bilder lasten schwer. Die Rosen aus Metall, die Biografien, die Stimmen – all das erinnert an die norwegischen Opfer des Nationalsozialismus. Ein stiller Ort, der laut wirkt, ohne zu schreien. Norwegen scheint diese dunkle Zeit mit viel Kraft aufzuarbeiten, sichtbar zu machen – nicht zu vergessen, nicht zu verdrängen.








Eine kleine Wanderung durch den Wald bringt mich zu einer Sprungschanze. Ich denke, es ist Holmenkollen. Ich bin beeindruckt – doch das Navi und Robert klären mich auf: Es geht noch weiter. Und dann sehe ich die Sprungschanze Holmenkollen. Jetzt weiß ich auch, warum die erste (Midtstubakken) keine Touristen angezogen hat. Der Anblick dieser Schanzenkonstruktion macht mich zur Ameise. Wow!


Durch das Ski-Museum gelange ich hoch hinauf, bis zum Startpunkt der Schanze. Der Ausblick ist atemberaubend. Die Stadt liegt einem zu Füßen, das Meer glitzert, die Wälder leuchten – und plötzlich ist da dieser Gedanke: Wie mutig muss man sein, hier hinunterzuspringen? Mut ist nicht mein zweiter Vorname, also bin ich sehr froh, nur Zuschauerin zu sein. Die Sonne wärmt, der Wind ist mild – und alles wirkt ein bisschen wie im Bilderbuch.






Zum Abschluss noch ein Abendessen am Hafen. Die Sonne lacht mir ins Gesicht. Ich esse Muscheln und Lachs – natürlich, was sonst – frisch, perfekt zubereitet. Das Meer glänzt, die Gespräche plätschern, ein Glas Wein in der Hand. Robert und ich schauen uns an. Wir sagen wenig. Mir hat Oslo sehr gut gefallen. Ob Robert das auch so empfindet?



So endet dieser Urlaub. Nicht mit einem Knall, sondern mit einem sanften Glitzern. Und mit der Möglichkeit: Oslo, wir könnten uns wiedersehen.



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